Konflikte gehören zum Arbeitsalltag.
Wo Menschen Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Erfahrungen mitbringen und verschiedene Ziele verfolgen, entstehen zwangsläufig unterschiedliche Sichtweisen.
Das ist nicht das Problem.
Problematisch wird es erst, wenn nicht mehr über die Sache gesprochen wird, sondern übereinander.
Dann verhärten sich Positionen.
Gespräche werden vermieden.
Missverständnisse nehmen zu.
Und aus einem lösbaren Problem wird ein persönlicher Konflikt.
Warum Konflikte im Team entstehen
In meiner beruflichen Praxis habe ich nur selten erlebt, dass Konflikte durch fehlenden Respekt oder mangelnde Motivation entstanden sind.
Viel häufiger trafen unterschiedliche Erwartungen aufeinander.
Menschen handelten aus ihrer jeweiligen Verantwortung heraus und waren überzeugt, das Richtige zu tun.
Jeder hatte nachvollziehbare Gründe.
Nur kannte häufig niemand die Gründe des anderen.
Hinter jeder Position steckt ein Interesse
In Konflikten vertreten Menschen häufig klare Positionen.
“Das geht nicht.”
“So machen wir das nicht.”
“Das funktioniert niemals.”
Doch hinter jeder Position steckt ein Interesse.
Vielleicht geht es um Qualität.
Vielleicht um Sicherheit.
Vielleicht um Termine.
Vielleicht um Verantwortung.
Erst wenn diese Interessen sichtbar werden, verändert sich das Gespräch.
Warum die richtigen Fragen dabei so wichtig sind, beschreibe ich auch im Beitrag „Die richtigen Fragen stellen – der Schlüssel zu besseren Entscheidungen“.
Verstehen bedeutet nicht zustimmen
Ein Missverständnis begegnet mir immer wieder.
Viele glauben, den anderen verstehen zu wollen bedeute automatisch, ihm Recht zu geben.
Das stimmt nicht.
Verstehen bedeutet lediglich, nachvollziehen zu können, warum jemand zu seiner Sichtweise gekommen ist.
Genau dieses Verständnis schafft die Grundlage dafür, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.
Warum Zuhören dabei eine entscheidende Rolle spielt, lesen Sie auch im Beitrag „Warum Zuhören Führung verändert“.
Gute Konfliktlösung beginnt mit Zuhören
Deshalb beginne ich Konfliktgespräche nicht mit Lösungsvorschlägen.
Diesen Ansatz verfolge ich auch in Mediationen, wenn festgefahrene Situationen wieder in konstruktive Gespräche überführt werden sollen.
Ich beginne mit Fragen.
- Wie erleben Sie die Situation?
- Was ist Ihnen besonders wichtig?
- Welche Sorgen beschäftigen Sie?
- Was müsste passieren, damit Zusammenarbeit wieder möglich wird?
Allein diese Fragen verändern häufig die Atmosphäre.
Aus Vorwürfen werden Gespräche.
Aus Positionen werden Interessen.
Und aus Gegeneinander wird Schritt für Schritt wieder Miteinander.
Mein Fazit
Mein Fazit
Konflikte im Team gehören zum Arbeitsalltag.
Sie sind nicht automatisch ein Zeichen schlechter Zusammenarbeit.
Oft zeigen sie vielmehr, dass unterschiedliche Erwartungen, Verantwortlichkeiten oder Sichtweisen aufeinandertreffen.
Entscheidend ist deshalb nicht, Konflikte zu vermeiden.
Entscheidend ist, sie frühzeitig anzusprechen und so zu führen, dass Verständnis entsteht.
Denn genau dort entwickeln Teams Lösungen, die nicht nur den Konflikt beenden, sondern die Zusammenarbeit dauerhaft verbessern.
Auch in Moderationen zeigt sich immer wieder, dass nachhaltige Lösungen erst dann entstehen, wenn unterschiedliche Interessen sichtbar und besprechbar werden.
Lernen wir uns kennen
Wenn Sie einen Konflikt klären oder festgefahrene Situationen gemeinsam reflektieren möchten, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
Manchmal beginnt Verständigung dort, wo Menschen aufhören, sich gegenseitig überzeugen zu wollen – und anfangen, einander verstehen zu wollen.